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Full House

  1. Full House
  2. I’ve Grown Accustomed to Her Face
  3. Blue n’ Boogie (Take 2)
  4. Cariba (Take 2)
  5. Come Rain or Come Shine Take 2)
  6. SOS (Take 3)

​Später veröffentlicht:

  1. Come Rain or Come Shine (Take 1)
  2. Born to be Blue (Take 1)
  3. Born to Be Blue (Take 2)
  4. Blue ‚n’ Boogie (Take 1)
  5. Cariba (Take 1)
  6. SOS (Take 2)

Aufgenommen: 25. Juni 1962

Erschienen: 1962

Originallabel:     Riverside RLP-(9)434

Produzent: Orrin Keepnews

Kaum zu glauben, aber Full House ist das einzige Wes Montgomery Live Album,  das als solches geplant war. Alles Andere sind Mitschnitte von Konzerten die im Nachhinein zu Alben wurden, doch das Konzert das am 25. Juni 1962 im Tsubo’s in Berkeley aufgenommen wurde war von Anfang für eine Live-Platte vorgesehen.

Die Absicht war gut, doch die Situation nicht einfach: Wes hatte seit der Auflösung der Montgomery Brothers im Januar 1962 keine feste Begleitgruppe mehr, aber Keepnews wollte ein Album das Wes endlich mit seinen Live-Qualitäten präsentieren sollte, in einem entspannten Umfeld. Keepnews nutzte die Gunst der Stunde: Zu diesem Zeitpunkt spielte das Miles Davis Quintet im Blackhawk, und Wynton Kelly, Paul Chambers und Jimmy Cobb galten als beste und kompakteste Rhythmusgruppe weit und breit. Alle drei sind auch auf Davis’ Kind of Blue zu hören. Johnny Griffin trat damals im Jazz Workshop auf, aber alle hatten an diesem Montag einen freien Abend und es galt nur noch Miles Davis zu beruhigen dem das „fremdgehen“ seiner kompletten Rhythmusgruppe nicht gefiel.

Das Tsubo’s war ein gemütliches Café auf der anderen Seite der Bucht von San Francisco, der Stadt, die zu einer zweiten Heimat für ihn geworden war, so dass es wenig Probleme mit Lampenfieber geben sollte. Als Toningenieur wurde Wally Heider geholt, der auch schon an den anderen „kalifornischen“ Alben mitgearbeitet hatte (Movin’ Along, Shearing, Pollwinners) und der sich alle Mühe gab die Auftritte in guter Qualität mitzuschneiden. Man spielte zwei Sets vor brechend vollem Haus, und viele hörten sich das ganze an diesem Sommerabend von draussen an, während drinnen das ganze zu einer echten „Cooking Session“ wurde. Um es vorweg zu nehmen - es entstand ein großartiges Album, das erste in dem Wes’ Leistungsfähigkeiten auf der Bühne als Leader und in guter Klangqualität dokumentiert wurde. Die meisten Stücke wurden an diesem Abend zweimal gespielt und aufgenommen, und im direkten Vergleich zeigt sich dass das Repertoire beim ersten Anlauf noch gar nicht so richtig fest saß, was die Beteiligten dann wohl zu Höchstleistungen im zweiten Anlauf motivierte. Kein Wunder also, dass das Originalalbum jeweils aus den späteren Takes bestand, und in der Fähigkeit der sofortigen Verbesserung zeigt sich auch das Potenzial aller Beteiligten.

Die Arrangements sind einfach aufgebaut, die Themen der Stücke werden von Griffin und Montgomery meist unisono gespielt, wonach Raum für ausgiebige Soli entsteht. Den Platz für die Solisten erkennt man schon an der Länge einiger Stücke. Gleich das Erste, Full House, eine Montgomery-Komposition im ¾ Takt, ist über neun Minuten lang, und es zeigt sich dass Wes am besten spielt wenn er seinen Ideenreichtum an den Tag legen kann und dafür viel Platz hat. Die Ballade I’ve Grown Accustomed to her Face stammt  aus dem Musical My Fair Lady von Alan J. Lerner und Frederick Loewe, das zum Zeitpunkt dieser Aufnahme seit sechs Jahren erfolgreich am Broadway lief. Hier brilliert Wes mit seiner Akkordtechnik, die Begleitung von Chambers und Cobb ist kaum wahrzunehmen. Keenews erwähnt im Begleitheft zur Riverside Gesamtausgabe dass er sich Sorgen über Paul Chambers’ Alkoholkonsum machte und man z. B. nicht allzu genau auf den Bass in diesem Stück horchen sollte. Doch seine Sorge scheint unbegründet gewesen zu sein. 

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